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Verbraucherschützer drohen mit «Boxhandschuh»
30.10.2018 22:08 Uhr
Klage gegen VW: Verbraucherschützer geben sich kämpferisch

Berlin, 31.10.18: In der bundesweit ersten Musterfeststellungsklage im Diesel-Skandal geben sich die Verbraucherschützer kämpferisch. Klaus Müller ist Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Am Donnerstag will sein Verband stellvertretend für Zehntausende Dieselfahrer gegen Volkswagen vor Gericht ziehen und Schadenersatz erstreiten. O-Ton Klaus Müller «Der Verbraucherzentrale Bundesverband will in Kooperation mit dem ADAC klären lassen, das Volkswagen hier vorsätzlich den Verbraucher geschädigt hat und deshalb der Kaufpreis zurückzuerstatten ist.» Das Instrument der Musterfeststellungsklage ist neu, es tritt zum 1. November in Kraft. Die Klage soll Verbrauchern helfen, bei Prozessen gegen Unternehmen leichter zu ihrem Recht zu kommen. O-Ton Klaus Müller «Die neue Musterfeststellungsklage ist eine Möglichkeit, dass Verbraucher nicht mehr individuell gegen einen Konzern klagen müssen, der sie betrogen hat, sondern sie das gemeinsam tun können. Ein anerkannter Verbraucherverband klagen, die Verbraucherzentralen zum Beispiel, alle anderen können sich über ein Register der Anklage anschließen.» Wenn die Verbraucherzentralen im Musterprozess Recht bekommen, müssen die Dieselfahrer die Höhe des Schadenersatzes allerdings selbst durchsetzen und dafür womöglich noch einmal vor Gericht. VW hatte 2015 Manipulationen an Dieselmotoren einräumen müssen. US-Umweltbehörden hatten festgestellt, dass nur bei Tests die Abgasreinigung voll aktiviert war, während der Ausstoß auf der Straße viel höher lag.

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