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Bäume pflanzen per Mausklick
05.12.2018 15:08 Uhr
dpa-Story: Drei Menschen, die den Wald retten wollen

Berlin, 06.12.18: Biologieunterricht Klasse 8 - Photosynthese. Damals ein Thema, dass es für die gute Note auswendig zu lernen galt, heute wichtiger denn je. Denn der Klimawandel ist nicht mehr zu übersehen. Die Politik hat versprochen, den Ausstoß des Treibhausgases CO2 zu senken. Doch das passiert nicht. Im Gegenteil, 2017 ist die Menge weltweit wieder angestiegen. Deshalb machen sich jetzt viele Experten Gedanken, wie man das Kohlendioxid aus der Luft wieder einfangen und einlagern kann. Bäume und Wald könnten dabei eine wichtige Rolle spielen - als natürliche Müllabfuhr für CO2. Denn Bäume sind Kohlenstoff-Speicher. Damit sie überhaupt wachsen können, holen sie sich das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid aus der Luft, binden den Kohlenstoff und setzen Sauerstoff frei. Und so wird der Wald zu einem wichtigen Helfer im Kampf gegen die Erderwärmung. Damit die Bäume diese Aufgabe besser erfüllen können, gibt es Menschen, die den Wald stärken wollen. DIE SUCHMASCHINEN-MANAGERIN Per Klick Bäume pflanzen - ja, das geht. Man muss dafür nur googeln bzw. ecosia-en. O-TON, Génica Schäfgen, Managerin Ecosia Deutschland «Wenn man Ecosia benutzen möchte und auch nebenbei Bäume pflanzen möchte, dann geht man auf www.ecosia.org und kann dort auf "Jetzt installieren" drücken und dann ist Ecosia die Standardsuchmaschine im Browser auf dem Laptop und man muss gar nicht mehr darüber nachdenken. Oder man lädt sich die App runter.» Ecosia ist also eine grüne Suchmaschine, ungefähr wie Google. Doch das Unternehmen nutzt seine Gewinne, um Baumpflanzprojekte zu unterstützen. Die sind vor allem in Afrika, Süd- und Mittelamerika und Indonesien. Laut Ecosia wurden so schon mehr als 43 Millionen Bäume gepflanzt. DIE KLIMAFORSCHERIN Julia Pongratz erforscht den Wald als natürliches Kohlenstofflager. Dabei geht es ihr weniger um den Baum an sich, sondern um die globalen Prozesse. Die Geografin berechnet, wie sich die CO2-Mengen in der Atmosphäre entwickeln, wenn Menschen Landflächen anders als vorher nutzen: also wenn Wälder abgeholzt, abgefackelt oder aufgeforstet werden. O-TON Julia Pongratz, Klimaforscherin «Um das Klimaschutzziel zu erreichen, dass das Parisabkommen gesteckt hat, mit 1,5 oder 2 Grad mehr, kann der Wald beitragen. Wir wissen, dass wir, indem wir Entwaldung reduzieren, viel an unseren Emissionen einsparen können. Wir können Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen, indem wir weitere Waldflächen ausdehnen. Aber all das verdeckt nicht, dass das erste Ziel sein muss, die Emissionen, besonders aus fossilen Energien, auf nahe 0 zu bringen. Dann kann der Wald noch als Zusatzspeicher fungieren, um die Emissionen wettzumachen, die wir nicht einfach einsparen können bspw. aus dem Flugverkehr. Da kommt dann die Rolle des Waldes wieder rein. Aber es kann nur ein Beitrag sein in einem großen Portfolio von Maßnahmen, die wir brauchen, um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen.» Ja und dafür müsste nicht nur das Entwalden gestoppt werden, sondern es müssten auch neue Bäume gepflanzt und bestehende Wälder optimiert werden. Trotzdem ist der Forscherin aber auch klar: Mehr Bäume alleine werden das Weltklima nicht retten. DER WALDMACHER Tony Rinaudo ist im wahrsten Sinne ein Baummacher. In Afrika entdeckte er eine ganz einfache Methode der Wiederaufforstung. Der Australier fand heraus, dass unter dem Sand oft noch die Wurzeln von abgeholzten Bäumen verborgen sind . Die schicken kleine Triebe nach oben. Rinaudo beschneidet diese so geschickt, dass aus den alten Wurzeln dann neue Bäume wachsen. Dafür bekam er in Stockholm sogar den Alternativen Nobelpreis Doch er hat schon ein neues Ziel. Er möchte, dass in 100 Ländern großflächig Wälder aufgeforstet werden. Mit diesem Plan reist der Australier von Deutschland weiter nach Polen zur Weltklimakonferenz. Ausruhen oder Aufgeben kommt eben nicht in Frage - für keinen der Drei.

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