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Kletterunterricht für Orang-Utans in Borneo
02.11.2018 13:04 Uhr
Wenn Affenwaisen klettern lernen müssen

Borneo, 02.11.18: Für die Orang-Utan-Babys Gondar, Tegar, Kartini und Gerhana steht ein neues Unterrichtsfach auf dem Stundenplan: Klettern im Regenwald von Borneo. Klettern? Affen? Ja! Die acht verwaisten Menschenaffen im Alter von 16 Monaten bis 2 Jahren müssen noch viel in der von der Stiftung VIER PFOTEN geführten Orang-Utan WALDSCHULE in Ost Kalimantan lernen, bis sie wieder in die Wildnis entlassen werden können. O-TON Dr. Signe Preuschoft, Primatologin «In Primärwäldern, die ja von Menschen nicht berührt werden, ist das wie in einer gotischen Kathedrale. Da gibt es kein Licht am Boden. Das ganze Essen ist da oben, die Sicherheit ist da oben, und die anderen Affen sind da auch. Wenn die Orang Utans also nicht richtig klettern lernen, wenn sie jung sind, bleiben sie immer tollpatschige Kletterer und dann fallen sie aus den Bäumen, kurz nachdem die Eltern sie ziehen lassen, oder: vielleicht können sie es sogar selbst, aber eben nicht in einer Alltagssituation.» Normalerweise lernen sie das von der Mutter. Gondar, Tegar, Kartini und Gerhana aber haben keine Mütter mehr. Damit sie sich trotzdem zu überlebensfähigen erwachsenen Orang-Utans entwickeln können, besuchen sie die Waldschule. In der Obhut ihrer menschlichen Ersatzmütter üben sie, in den über 25 Meter hohen Tropenbäumen zu klettern und Nahrung zu suchen. Vergangene Woche startete der Kletterunterricht für die Waldschüler. Alle vier Orang-Utan-Babys waren zwar lernwillig und neugierig, aber gleichzeitig auch irritiert von der Klettermontur ihrer Ersatzmütter und daher etwas zögerlich. Schon bald aber werden sie mehr Zeit in den Bäumen verbringen, weil sie nicht mehr auf den Boden kommen oder bleiben müssen, um Geborgenheit zu finden.

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